zum Thema Festplattenplatz

             Zu empfehlen wäre unter heutigen Bedingungen mindestens
            1 GB. Im Einzelnen wird für die wichtigsten Programmpakete etwa folgende Plattenkapazität
            benötigt:

                  KDE 50 MB
                  Netscape Communicator 35 MB
                  Applixware 400 MB
                  StarOffice 150 MB
                  Word Perfect 8 90 MB
                  GIMP 30 MB

            Man sollte die Partition (was das ist, wird später erklärt), in der man Linux anlegen möchte,
            lieber etwas größer ausgestalten, um zu einem späteren Zeitpunkt noch Reserven zu haben,
            und nicht eine komplette Neuinstallation fahren zu müssen.


Anwender <-> Administrator

Angenommen, sie wollen an Ihrem Auto einen Katalysator nachrüsten, dann machen Sie das i.d.R. nicht selbst, sondern beauftragen jemanden, der sich mit sowas auskennt. Warum machen Sie es mit ihrem Computer nicht genauso ?

Der Umstieg auf Linux fällt immer dann besonders leicht, wenn Sie einen oder mehrere Menschen mit Linux-Erfahrung  in Ihrer Nähe haben. Der reine Anwender, der Computer-Nutzer benötigt so gut wie keine Linux oder Unix-Kenntnisse; er arbeitet mit seinen Anwendungen, wie er es von anderen Platformen(zB Apple, Windows) kennt.
Die Installation des Systems, neuer Software-Versionen oder neuer Hardware ist nicht Aufgabe des Anwenders! - Das macht der Administrator, ein Mensch mit Linux- oder UNIX-Kenntnissen.
Eine klare Aufgabenteilung: Menschen die keine Computer-Fachleute sind, und es auch garnicht sein wollen, verschwenden nicht ihre Zeit, indem sie an ihrem PC herumdoktorn und nach einigen Stunden Frust dann schliesslich doch den Administrator rufen.

Wenn Sie dieses Konzept verfolgen, dann bietet Linux einige Vorteile:



Auszug aus dem Vortrag "Einführung in Linux" von  Stefanie Teufel anlässlich des LinuxTag 1999

Licht und Schatten


            Wer nach all diesen netten Worten über Linux nun eigentlich gar nicht mehr allzu lange hier
            sitzen möchte, sondern stattdessen das tiefe Verlangen verspürt am heimischen Rechner mit
            einem zünftigen format c: ein neues Leben zu beginnen, der möge eines bedenken: So schön
            das alles auch klingt: Linux ist nicht die eierlegende Wollmilchsau und auch nicht die "42" der
            Betriebssysteme. Speziell Anfänger haben ihre Probleme beim Umstieg auf Linux. Die hohe
            Funktionalität des Systems bezahlt man mit einer relativ hohen Komplexität. So erfordert z.B.
            die Möglichkeit, von einem entfernten Rechner aus auf den eigenen Rechner zuzugreifen ein
            Sicherheitskonzept, das Missbrauch möglichst ausschließt. Auch die anderen Vorteile von
            Linux wie z.B. das Multi-User-Konzept (mehrere Personen können gleichzeitig an einem
            Linux-Rechner arbeiten) oder das Multitasking (verschiedene Programme laufen quasi
            gleichzeitig ab) erfordern einen höheren administrativen Aufwand und auch sehr viel mehr
            Know-How. Des Weiteren gibt es bei vielen Anwendungen keine einheitliche Benutzerführung,
            und die Konfiguration so mancher Programme kann doch eher hakelig sein. Dieser Tatsache
            haben mittlerweile viele Distributionen Rechnung getragen und relativ komfortable
            Konfigurationswerkzeuge mitgeliefert. Somit ist es auch dem Anfänger möglich, mit
            minimalem Basiswissen sein System nach seinen Wünschen einzurichten. Dennoch ersetzt das
            beste grafische Konfigurationstool natürlich nicht die Kenntnis des Systems, und auf lange
            Sicht gesehen kommt man nicht um die Lektüre eines guten Linux-Buches oder der bei den
            Distributionen enthaltenen üppigen Dokumentation herum.

            Bevor Sie sich also in das Abenteuer Linux stürzen, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie
            bereit sind ein klein wenig Einarbeitungszeit zu investieren. Egal, was Ihnen
            Computerzeitschriften in Zeiten des Linux-Hypes auch einreden auch einzureden versuchen:
            Linux ist zwar benutzerfreundlich, aber es sucht sich sehr genau heraus, mit wem es
            befreundet sein möchte: Und das sind meist diejenigen, die - wie sich das bei guten Freunden
            gehört - Zeit zu investieren bereit sind. Haben Sie sich zur Installation von Linux
            entschlossen, sollten Sie auf gar keinen Fall aus Protest gegen die jahrelange Redmond'sche
            Versklavung MS-Windows mit einem diabolischen Grinsen von Ihrer Festplatte putzen. Gerade
            am Anfang ist man meist dankbar, wenn man seine Routine-Aufgaben dann doch noch einmal
            schnell in der gewohnten Arbeitsumgebung erledigen kann, sollte sich Linux mal wieder ein
            bitzele zickig angestellt haben. Dabei ist der duale Betrieb durch den mitgelieferten
            Bootmanager LILO auch gar kein Problem, weil es Linux mit dem guten alten "teile und
            herrsche" hält. Außerdem muss man sich trotz all der vollmundigen Ankündigungen der
            letzten Monate bewusst sein, dass es manche Software einfach noch nicht für Linux gibt. Ich
            denke da explizit an den Spiele-Bereich. Zwar können Sie sich fröhlich mit Doom und Quake
            in Ekstase ballern, aber Adventure-Fans suchen derzeit noch vergeblich nach einem
            Linux-Port für Myst oder Riven - obschon es mit Hopkins FBI mittlerweile das erste
            kommerzielle Grafik-Adventure zeitgleich mit seinem MS-Windows-Bruder zu erwerben gibt.
            Ansonsten kann man nur feststellen, dass die Dinge an der Softwarefront in Bewegung geraten
            sind: Word Perfect oder StarOffice unter Linux sind mittlerweile ein alter Hut und seit SAP R/3
            einen Linux-Version bietet, kommt auch der eine oder andere Microsoft-Angestelle ins
            Grübeln. Man muss schauen, wie sich die Dinge entwickeln werden. Einstweilen lässt sich
            wohl festhalten, was KDE auf seinen Seiten als Wahlspruch ausgegeben hat: "Linux is ready for
            the desktop".