KDE 50 MB
Netscape Communicator 35 MB
Applixware 400 MB
StarOffice 150 MB
Word Perfect 8 90 MB
GIMP 30 MB
Man
sollte die Partition (was das ist, wird später erklärt), in der
man Linux anlegen möchte,
lieber etwas größer ausgestalten, um zu einem späteren
Zeitpunkt noch Reserven zu haben,
und nicht eine komplette Neuinstallation fahren zu müssen.
Der Umstieg auf Linux fällt immer dann besonders leicht, wenn Sie
einen oder mehrere Menschen mit Linux-Erfahrung in Ihrer Nähe
haben. Der reine Anwender, der Computer-Nutzer benötigt so
gut wie keine Linux oder Unix-Kenntnisse; er arbeitet mit seinen Anwendungen,
wie er es von anderen Platformen(zB Apple, Windows) kennt.
Die Installation des Systems, neuer Software-Versionen oder neuer Hardware
ist nicht Aufgabe des Anwenders! - Das macht der Administrator,
ein Mensch mit Linux- oder UNIX-Kenntnissen.
Eine klare Aufgabenteilung: Menschen die keine Computer-Fachleute sind,
und es auch garnicht sein wollen, verschwenden nicht ihre Zeit, indem sie
an ihrem PC herumdoktorn und nach einigen Stunden Frust dann schliesslich
doch den Administrator rufen.
Wenn Sie dieses Konzept verfolgen, dann bietet Linux einige Vorteile:
Wer nach all diesen netten Worten über Linux nun eigentlich gar nicht
mehr allzu lange hier
sitzen möchte, sondern stattdessen das tiefe Verlangen verspürt
am heimischen Rechner mit
einem zünftigen format c: ein neues Leben zu beginnen, der möge
eines bedenken: So schön
das alles auch klingt: Linux ist nicht die eierlegende Wollmilchsau und
auch nicht die "42" der
Betriebssysteme. Speziell Anfänger haben ihre Probleme beim Umstieg
auf Linux. Die hohe
Funktionalität des Systems bezahlt man mit einer relativ hohen Komplexität.
So erfordert z.B.
die Möglichkeit, von einem entfernten Rechner aus auf den eigenen
Rechner zuzugreifen ein
Sicherheitskonzept, das Missbrauch möglichst ausschließt. Auch
die anderen Vorteile von
Linux wie z.B. das Multi-User-Konzept (mehrere Personen können gleichzeitig
an einem
Linux-Rechner arbeiten) oder das Multitasking (verschiedene Programme laufen
quasi
gleichzeitig ab) erfordern einen höheren administrativen Aufwand und
auch sehr viel mehr
Know-How. Des Weiteren gibt es bei vielen Anwendungen keine einheitliche
Benutzerführung,
und die Konfiguration so mancher Programme kann doch eher hakelig sein.
Dieser Tatsache
haben mittlerweile viele Distributionen Rechnung getragen und relativ komfortable
Konfigurationswerkzeuge mitgeliefert. Somit ist es auch dem Anfänger
möglich, mit
minimalem Basiswissen sein System nach seinen Wünschen einzurichten.
Dennoch ersetzt das
beste grafische Konfigurationstool natürlich nicht die Kenntnis des
Systems, und auf lange
Sicht gesehen kommt man nicht um die Lektüre eines guten Linux-Buches
oder der bei den
Distributionen enthaltenen üppigen Dokumentation herum.
Bevor
Sie sich also in das Abenteuer Linux stürzen, sollten Sie sich genau
überlegen, ob Sie
bereit sind ein klein wenig Einarbeitungszeit zu investieren. Egal, was
Ihnen
Computerzeitschriften in Zeiten des Linux-Hypes auch einreden auch einzureden
versuchen:
Linux ist zwar benutzerfreundlich, aber es sucht sich sehr genau heraus,
mit wem es
befreundet sein möchte: Und das sind meist diejenigen, die - wie sich
das bei guten Freunden
gehört - Zeit zu investieren bereit sind. Haben Sie sich zur Installation
von Linux
entschlossen, sollten Sie auf gar keinen Fall aus Protest gegen die jahrelange
Redmond'sche
Versklavung MS-Windows mit einem diabolischen Grinsen von Ihrer Festplatte
putzen. Gerade
am Anfang ist man meist dankbar, wenn man seine Routine-Aufgaben dann doch
noch einmal
schnell in der gewohnten Arbeitsumgebung erledigen kann, sollte sich Linux
mal wieder ein
bitzele zickig angestellt haben. Dabei ist der duale Betrieb durch den
mitgelieferten
Bootmanager LILO auch gar kein Problem, weil es Linux mit dem guten alten
"teile und
herrsche" hält. Außerdem muss man sich trotz all der vollmundigen
Ankündigungen der
letzten Monate bewusst sein, dass es manche Software einfach noch nicht
für Linux gibt. Ich
denke da explizit an den Spiele-Bereich. Zwar können Sie sich fröhlich
mit Doom und Quake
in Ekstase ballern, aber Adventure-Fans suchen derzeit noch vergeblich
nach einem
Linux-Port für Myst oder Riven - obschon es mit Hopkins FBI mittlerweile
das erste
kommerzielle Grafik-Adventure zeitgleich mit seinem MS-Windows-Bruder zu
erwerben gibt.
Ansonsten kann man nur feststellen, dass die Dinge an der Softwarefront
in Bewegung geraten
sind: Word Perfect oder StarOffice unter Linux sind mittlerweile ein alter
Hut und seit SAP R/3
einen Linux-Version bietet, kommt auch der eine oder andere Microsoft-Angestelle
ins
Grübeln. Man muss schauen, wie sich die Dinge entwickeln werden. Einstweilen
lässt sich
wohl festhalten, was KDE auf seinen Seiten als Wahlspruch ausgegeben hat:
"Linux is ready for
the desktop".